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Stundenzettel: Pflichtangaben und Aufbau (mit Muster)

Ein Stundenzettel ist erst dann ein Nachweis, wenn er die richtigen Angaben in einer prüffähigen Struktur enthält. Dieser Beitrag zeigt, was hineingehört – und woran sich ein sauberes Muster orientiert.

Von der Redaktion · 24. Juli 2026

Kurz beantwortet
Pflicht sind Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit. Zur eindeutigen Zuordnung kommen Name, Datum und – je nach Fall – Standort oder Tätigkeit hinzu; Pausen werden getrennt ausgewiesen. Entscheidend ist nicht das Layout, sondern dass jede Angabe vollständig, unveränderbar nachvollziehbar und über die Aufbewahrungsfrist lesbar bleibt.

Warum die Pflichtangaben so konkret sind

Ein Stundenzettel erfüllt zwei Zwecke gleichzeitig: Er belegt gegenüber dem Betrieb die geleistete Zeit und gegenüber der Prüfung die Einhaltung gesetzlicher Grenzen. Beides funktioniert nur, wenn dieselben drei Kerndaten sauber vorliegen.

Die allgemeine Pflicht zur Erfassung der Arbeitszeit hat das Bundesarbeitsgericht mit dem Beschluss 1 ABR 22/21 bestätigt. Fachlich geht es dabei um Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit. Für Minijobs und bestimmte Branchen konkretisiert § 17 MiLoG die Anforderung zusätzlich: Dort müssen genau diese drei Werte spätestens bis zum Ablauf des siebten auf die Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufgezeichnet und zwei Jahre aufbewahrt werden. Wer den Stundenzettel an diesen Kerndaten ausrichtet, deckt beide Pflichten mit einem Datensatz ab.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Pflicht- und Zusatzangaben. Pflicht sind die Werte, die den Nachweis tragen. Zusatzangaben wie Kostenstelle, Projekt oder Objekt erleichtern die interne Auswertung, sind rechtlich aber nicht überall gefordert. Wer beides mischt, ohne es zu trennen, macht den Zettel unnötig fehleranfällig.

Die Pflichtangaben im Überblick

Die folgende Tabelle trennt, was den Nachweis trägt, von dem, was ihn nur ergänzt. Sie eignet sich als Prüfraster für ein eigenes Muster.

AngabeStatusZweckTypischer Fehler
Name der beschäftigten PersonPflichtEindeutige Zuordnung des NachweisesNur Kürzel, keine eindeutige Identität
Datum des ArbeitstagesPflichtZuordnung zu Tag und FristWochensammelzettel ohne Tagesbezug
Beginn der ArbeitszeitPflichtStartpunkt der täglichen ArbeitszeitNachträglich gerundet statt erfasst
Ende der ArbeitszeitPflichtEndpunkt der täglichen ArbeitszeitFehlende Endbuchung bleibt unbemerkt
PausenPflicht (Ausweis)Abzug der nicht als Arbeitszeit zählenden ZeitPause vergessen, Dauer zu hoch ausgewiesen
Dauer der ArbeitszeitPflichtSumme als eigentliche NachweisgrößeRechenfehler zwischen Beginn, Ende und Pause
Standort oder TätigkeitFallabhängigEinsatzbezug bei wechselnden OrtenBei Baustellen und Objekten oft nicht erfasst
Freigabe / KorrekturvermerkEmpfohlenNachvollziehbarkeit von ÄnderungenAlter Wert wird überschrieben statt protokolliert

Die Dauer ist die eigentliche Nachweisgröße, sie ergibt sich aber erst aus Beginn, Ende und Pause. Deshalb sind diese drei Werte kein Selbstzweck: Fehlt einer, lässt sich die Dauer nicht prüfen, sondern nur behaupten.

Aufbau: von der Zeile zum prüffähigen Datensatz

Ein guter Aufbau folgt der Reihenfolge, in der ein Prüfer die Angaben liest: erst wer und wann, dann wie lange, zuletzt der Beleg, dass die Angabe stimmt.

In der Praxis bewährt sich eine Zeile je Arbeitstag mit klar getrennten Spalten für Datum, Beginn, Pause, Ende und Dauer. Darunter gehört ein Bereich für Summen je Woche oder Monat und – sofern genutzt – ein Feld für Freigabe oder Korrektur. Der Aufbau sollte so gestaltet sein, dass eine fehlende Angabe sofort auffällt, statt in einer Sammelspalte unterzugehen.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen Medium und Prozess. Ein Papierzettel bildet die Zeile ab, aber nicht, ob sie vollständig ist. Eine Tabelle kann Summen rechnen, prüft aber nicht automatisch auf fehlende Endbuchungen. Eine spezialisierte App kann den Aufbau um eine Vollständigkeitsprüfung, Rollen und ein Änderungsprotokoll ergänzen. Wie sich dieser Schritt ordnen lässt, beschreibt der Beitrag Vom Papier-Stundenzettel zur App.

Muster-Regel: Ein brauchbares Muster hat pro Tag eine Zeile, trennt Pause sichtbar von Arbeitszeit und weist die Dauer als eigene Spalte aus. Wenn eine Person das Blatt ohne Rückfrage ausfüllen kann und eine fehlende Angabe sofort auffällt, taugt das Muster für den Alltag.

Aplano: Pflichtangaben ohne doppelte Pflege

Wer den Stundenzettel nicht auf Papier, sondern im Betriebsablauf führen will, kann die Pflichtangaben direkt aus der Zeiterfassung entstehen lassen. Aplano erfasst Beginn, Ende und Pause per Browser, Mitarbeiter-App oder Tablet-Terminal und führt daraus Dauer und Stundenkonto zusammen. Weil geplante Schicht und tatsächliche Buchung im selben System liegen, entstehen Name, Datum und Standort ohne separate Eingabe, und Auswertungen lassen sich als Grundlage für Stundennachweise exportieren. Für Schichtbetriebe ist das der kürzeste Weg von der Buchung zum prüffähigen Datensatz.

Stundenzettel aus der Zeiterfassung

Aplano verbindet Zeiterfassung, Stundenkonten und Auswertungen. Die Zeiterfassung gehört zum Pro-Tarif; der günstigste Einstieg beginnt bei 0,50 € je Person und Monat netto. 14 Tage testen ohne Kreditkarte, monatlich kündbar.

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Häufige Fehler beim Aufbau

Die meisten Beanstandungen entstehen nicht durch fehlenden Willen, sondern durch einen Aufbau, der Lücken erlaubt.

Sammeln

Wochenzettel ohne Tagesbezug

Werden Zeiten erst am Wochenende notiert, fehlt der Tagesbezug und die Sieben-Tage-Frist gerät aus dem Blick.

Runden

Glättung statt Erfassung

Auf- und Abrunden auf glatte Zeiten ersetzt keine tatsächliche Angabe von Beginn und Ende und schwächt den Nachweis.

Ändern

Überschreiben ohne Spur

Wird ein Wert einfach überschrieben, fehlt der alte Stand. Eine lesbare Streichung oder ein Änderungsprotokoll erhält die Nachvollziehbarkeit.

Wo diese Fehler je nach Branche besonders häufig auftreten und welcher Erfassungsweg dazu passt, zeigt die Branchenpraxis. Den Aufwand hinter Korrekturen und Freigaben rechnet die Seite Zahlen & Rechenwege vor.

Fragen zu Pflichtangaben und Aufbau

Welche Angaben muss ein Stundenzettel zwingend enthalten?

Kern jeder Aufzeichnung sind Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit. Für die Zuordnung kommen Name, Datum und – bei Bedarf – Standort oder Tätigkeit hinzu. Pausen gehören dokumentiert, weil sie nicht zur Arbeitszeit zählen.

Muss der Stundenzettel unterschrieben werden?

Eine gesetzliche Unterschriftspflicht besteht nicht. In der Praxis dient eine Bestätigung durch Beschäftigte und Führungskraft aber als Freigabe und macht spätere Korrekturen nachvollziehbar. In einer App ersetzt ein Freigabe- und Änderungsprotokoll die handschriftliche Unterschrift.

Wie lange muss ein Stundenzettel aufbewahrt werden?

Für die mindestlohnrechtliche Dokumentation nach § 17 MiLoG gelten zwei Jahre. Aus anderen Vorschriften können längere Fristen folgen. Der Datensatz sollte während der gesamten Frist les- und prüfbar bleiben.

Weiterlesen

Der nächste Schritt nach dem sauberen Aufbau ist die Umstellung im Alltag: Vom Papier-Stundenzettel zur App. Für geringfügig Beschäftigte gelten zusätzliche Fristen – nachzulesen in Stundenzettel bei Minijob und Aushilfen. Wie Aplano die Pflichtangaben aus der Zeiterfassung erzeugt, steht auf der Seite Aplano.

Quellen und Stand (24. Juli 2026): § 17 MiLoG (Erstellung und Aufbewahrung von Aufzeichnungen) · § 3 ArbZG und § 4 ArbZG · BMAS: Dokumentationspflicht · Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 13. September 2022, 1 ABR 22/21.